Ein halbes Jahr Baustelle, Sperrungen auf der B39a und Umwege für Pendler: Der neue Kreisverkehr zwischen Ellhofen und Weinsberg wird viele Autofahrer erst einmal nerven.
Auf den ersten Blick wirkt die Begründung gar nicht so dramatisch. Laut Polizei wurden am Knotenpunkt Querspange/B39a in den vergangenen drei Jahren 20 Unfälle registriert. Das klingt nicht nach täglichem Verkehrschaos.
Trotzdem gilt die Stelle als Unfallhäufungsstelle. Und genau darum geht es: Nicht jeder gefährliche Verkehrspunkt fällt durch extrem hohe Unfallzahlen auf. Manchmal reicht schon ein wiederkehrendes Muster — etwa beim Abbiegen, Einfädeln oder beim Einschätzen von Lücken.
Ein Kreisverkehr verändert solche Situationen grundlegend. Fahrzeuge müssen vor der Einfahrt abbremsen, der Verkehr läuft in eine Richtung, gefährliche Kreuzungs- und Abbiegekonflikte werden reduziert. Dadurch passieren nicht automatisch gar keine Unfälle mehr. Aber viele Zusammenstöße werden unwahrscheinlicher — oder zumindest weniger heftig.
Die Unfallforschung verweist genau auf diesen Effekt: Kreisverkehre wirken vor allem durch geringere Geschwindigkeiten und eine übersichtlichere Verkehrsführung sicherer. Besonders an Knotenpunkten, an denen sich mehrere Verkehrsströme treffen, kann das entscheidend sein.
Der neue Kreisel bei Ellhofen ist deshalb weniger eine Reaktion auf tägliche Crashs, sondern eher eine Vorsorgemaßnahme: Erst gibt es Umleitungen und Baustellenärger — danach soll ein Verkehrspunkt verschwinden, der den Behörden seit Jahren auffällt.
Quellen: Polizeipräsidium Heilbronn – Verkehrsbericht 2025, Landkreis Heilbronn – Pressemitteilung zu Sperrungen und Bauphasen, Gemeinde Ellhofen – Herstellung Kreisverkehrsplatz B39a / Querspange, Presseportal / Polizeipräsidium Heilbronn – Unfallmeldung B39a bei Ellhofen vom 17. Februar 2025